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Elektro-Enzephalogram (EEG)

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EEG-Elektroden zur Ableitung von Hirnströmen. © UKJ/Klin. Medienzentrum/I. Rodigast

Die Nervenzellen im Gehirn stehen über elektrische Ströme miteinander in Kontakt. Je nach Gehirnaktivität verhalten sich diese Ströme anders. Sind bestimmte Hirnregionen beschädigt, beispielsweise durch einen Tumor oder Schlaganfall, können NeurophysiologInnen Störungen der Hirnfunktion an der Schädeldecke messen. Eine sichere Routineuntersuchung dafür ist das Elektro-Enzephalogramm (EEG). Dafür bringt der/die Arzt/Ärztin nach einem bestimmten Schema Elektroden an die Kopfhaut des/r PatientenIn, die die elektrische Entladung der Nervenzellen messen. Für ein Routine-EEG sind bis zu 21 Elektroden notwendig, die meist in einer Art Haube eingearbeitet sind. Das erleichtert die Platzierung und Haftung am Kopf des/r PatientenIn. Die Elektroden werden mit einem Kontaktgel eingestrichen, nach einem standardisierten Schema auf der Kopfhaut des/r PatientenIn befestigt und über Kabel verbunden.

Messung der Gehirnaktivität – ohne Schmerzen und ohne Risiko

Der/Die PatientIn spürt von der eigentlichen Messung, die in der Regel 30 Minuten dauert, nichts. Um das Gehirn während der Untersuchung zu reizen, kann der/die Arzt/Ärztin PatientInnen bitten, beispielsweise die Augen zu öffnen und schließen oder ihn mit kleinen Lichtblitzen stimulieren. Das Ergebnis liest der/die Neurophysiologin von einem Diagramm ab - ähnlich wie bei einem EKG. Form, Frequenz und die Höhe der Wellen zeigen, ob und wo die Gehirnaktivität möglicherweise gestört ist. Je nach Ergebnis kann der/die Arzt/Ärztin eine Diagnose stellen oder weitere Untersuchungen anordnen. Risiken durch die Untersuchung ergeben sich nicht. Anders als bei der Magnetresonanz- und Computertomografie ist der/die PatientIn hier keinen Strahlen oder elektromagnetischen Wellen ausgesetzt. Die DGKN empfiehlt PatientInnen,  NeurophysiologInnen aufzusuchen, der von der Fachgesellschaft für das EEG ausgebildet und zertifiziert ist.

Anwendung bei: Epilepsie, Bewusstseinsstörungen, Koma und Hirntod

Das EEG ist das wichtigste technische Verfahren zur Diagnose und Verlaufskontrolle einer Epilepsie. Die Elektroden zeigen auf, welchem Teil des Gehirns ein epileptischer Anfall entspringt. Bei Kindern und Jugendlichen können ÄrztInnen mithilfe des EEG eventuelle Entwicklungsstörungen feststellen. Eine wichtige Rolle nimmt das EEG auch zur Diagnose von Bewusstseinsstörungen wie einem Koma sowie bei der Feststellung des Hirntodes ein. Varianten sind zum Beispiel das Schlaf-EEG bzw. Schlaf-Entzugs-EEG, mit dem die Gehirnaktivität während der verschiedenen Schlafstadien gemessen wird, oder das Langzeit-EEG, bei dem der/die PatientIn die Elektroden über einen Zeitraum von 24 Stunden trägt und ein tragbarer Rekorder die Messergebnisse aufzeichnet.

Das EEG kann mit anderen neurophysiologischen Methoden kombiniert werden wie z.B. der transkraniellen Magnetstimulation (TMS-EEG) oder Magnetresonanztomografie (MRT-EEG). Auch in der Forschung wird das EEG verwendet – allerdings mit deutlich mehr Elektroden, z.B. 64, 128 oder 156. Dies ermöglicht eine bessere Lokalisation von Hirnfunktionen.