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JKN Mini Fellowship in Tübingen: Neuromuskuläre Diagnostik in Praxis und Zukunft

Im April 2026 trafen sich die JKN Mini Fellows im ersten Turnus in der nun zweiten Kohorte am Universitätsklinikum und dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen. Der zweitägige Austausch zum Thema „Neuromuskuläre Diagnostik in Praxis und Zukunft“ wurde organisiert von Dr. Benedict Kleiser. Im Mittelpunkt standen aktuelle und zukünftige diagnostische Verfahren – von Muskel- und Nervensonographie bis hin zu modernen elektrophysiologischen Methoden.

Der erste Tag war ganz im Zeichen der Muskel- und Nervensonographie gestaltet. Prof. Dr. Alexander Grimm gab eine ausführliche Übersicht über die Nervensonographie als wertvollen Bestandteil in der diagnostischen Einordnung. Dr. Pascal Martin veranschaulichte, wie die Muskelsonographie den diagnostischen Weg erleichtern kann und welche Rolle sie zunehmend in der klinischen Routine einnimmt. Weitere Vorträge von Dr. Katharina Kneer und Dr. Jan-Hendrik Stahl beleuchteten den Einsatz von Ultraschall bei Neuropathien sowie bei neuralgischen Schulterbeschwerden und zeigten praxisnah, wie breit das Spektrum sonographischer Fragestellungen inzwischen geworden ist. Darüber hinaus gab Dr. rer. nat. Stefanie Liebe einen Einblick in die Elektrophysiologie in der Epilepsiediagnostik.

Benedict Kleiser demonstriert die Sonographie des N. peroneus.

Am Nachmittag erfolgte eine gemeinsame Tour durch die Neurologie, welche die breit aufgestellten neurologischen Schwerpunkte des Universitätsklinikums Tübingen herausstellte. Neben den neuromuskulären diagnostischen Einheiten durfte so beispielsweise auch ein Besuch des Video-EEG Monitorings nicht fehlen. Besonders lebendig wurde der Nachmittag im anschließenden Hands-on-Teil: Beim „Nerven-Bingo“ konnten die Fellows die zuvor besprochenen sonographischen Fähigkeiten unter der Anleitung von Dr. Benedict Kleiser selbst anwenden und gemeinsam diskutieren. Dabei lag der Schwerpunkt nicht nur auf „klassischen“ Fragestellungen wie dem Karpaltunnelsyndrom, sondern beschäftigte sich auch mit der Sonographie des Plexus brachialis und davon abgehenden Nerven wie dem N. thoracicus longus oder dem N. suprascapularis. Den Abend ließ die Gruppe in entspannter Atmosphäre ausklingen – mit Gelegenheit für einen regen fachlichen Austausch innerhalb des Fellow-Netzwerks.

magnetomyographie
Magnetomyographie des M. biceps brachii rechts. Die dazu notwendigen optisch gepumpten Magnetometer („kleine weiße Würfel“) sind dabei in einer Halterung direkt vor dem M. biceps brachii von Dorothea Zilker platziert.

Am zweiten Tag standen neue elektrophysiologische Verfahren im Mittelpunkt. Franziska Bubeck stellte die Analyse einzelner motorischer Einheiten mittels Oberflächen-EMG vor. Dem gegenüber stellte Haodi Yang die Magnetomyographie, eine innovative Möglichkeit, welche das Magnetfeld eines Muskels erfasst und so Perspektiven in der neuromuskulären Diagnostik eröffnet. Abgerundet wurde dies durch Dr. Andreas Jooß, der die Grundlagen und aktuelle Anwendungen der transkraniellen Magnetstimulation vorstellte. Im anschließenden Praxisteil konnten die Fellows in Kleingruppen alle drei innovativen Methoden kennenlernen und selbst ausprobieren.

Der erste Standortbesuch des Fellowships in Tübingen zeigte, wie dynamisch sich die neuromuskuläre Diagnostik aktuell weiterentwickelt – und wie wichtig der persönliche Austausch zwischen Forschung und klinischer Anwendung für dieses Fachgebiet ist. Hierzu stellt die JKN Mini Fellowship eine ideale Möglichkeit dar, welche eine bessere Vernetzung des Nachwuchses ermöglicht.

 

mini fellowship fellows
Gruppenfoto der Fellows beim Universitätsklinikum und dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen mit Blick über Tübingen.
v.l.h. nach r.v.: Emily Falk, Dorothea Zilker, Monika Meister, David Wolf, Jakob Lichtenberger, Pascal Kuba, Ibrahim Farhood, Benedict Kleiser, Isabell Niehaus, Denise Birk, Paula Albert i Gracenea und Maria Teresa Cassiano

Für die JKN
Benedict Kleiser und Denise Birk